Stojantschew, Stojan

Vita

Stojan Stojantschew wurde 1931 in Sofia geboren. Im Alter von fünf Jahren erhielt er ersten Klavierunterricht. Durch den zweiten Weltkrieg wurde der Unterricht unterbrochen, es begannen erste Kompositionsversuche. Nach Kriegsende fand der Klavierunterricht seine Fortsetzung und es kam als weiteres Instrument die Flöte hinzu. Während der Gymnasialzeit war Stojantschew Flötist im Orchester seiner Schule und komponierte erste kleine Stücke für dieses Ensemble.
Trotz seines Interesses für die Musik studierte Stojantschew zunächst Veterinärmedizin und promovierte auch in diesem Fach. Anschließend war er als Tierarzt in einem kleinen Ort in der Nähe von Varna tätig. Nebenberuflich verpflichtete er sich dort als zweiter Flötist.
1956 begann er seine Tätigkeit als musikalischer Leiter des Puppentheaters in Sofia. Zu seinen dortigen Aufgaben gehörten auch Kompositionen. 1960 nahm er daraufhin ein Fernstudium an der Hochschule für Musik in Sofia auf und schloss dieses 1965 mit Auszeichnung ab. Erste Aufträge erhielt er auch von anderen Theatern und vom bulgarischen Fernsehen.
Auf der Grundlage eines Staatsvertrages kam Stojantschew 1966 als musikalischer Leiter und Komponist an das Magdeburger Puppentheater. 1976 war er Mitbegründer des 1. Festivals der Puppentheater der DDR. Er komponierte über 100 Bühnenmusiken für fast alle Puppentheater der damaligen DDR und eine Reihe von Schauspielhäusern.
1971 wurde er Mitglied im Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR. 1977 erhielt Stojantschew für seine künstlerische Tätigkeit vom Rat der Stadt Magdeburg den Erich-Weinert-Preis. Von 1974-79 besuchte er die Meisterklasse im Fach Komposition bei Prof. Cilenšek an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar.
Seit Ende 1978 arbeitet er als freischaffender Komponist in Magdeburg und war von 1983 bis 1990 Lehrer für Tonsatz an der Außenstelle der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Von 1991 bis 1996 lehrte er Theorie und Tonsatz am Institut für Musik, zunächst an der Pädagogischen Hochschule und später Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Außerdem betreute er von 1986 bis 1995 die Komponistenklasse der damaligen Bezirksmusikschule bzw. des heutigen Konservatoriums „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg. 1985 rief er gemeinsam mit dem Leiter des Hauses der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft die Reihe „Konzerte der Freundschaft“ ins Leben.
Stojantschew verbrachte seinen Ruhestand in Magdeburg, wo er am 20. Februar 2015 starb.

Werke

 

Kammermusik solo

KLAVIER

Zwölf Miniaturen für Klavier, 1974 (UA 1978)
Was ich schon alles spielen kann – 24 Klavierstücke für kleine und große Kinder, 1979 (UA 1979)
Drei Charakterstücke für Klavier, 1984 (UA 1985)
Konturen für Klavier, 1986 (UA 1986)

FLÖTE

Drei Impressionen für Solo-Flöte, 1975 (UA 1978)

ENGLISCH HORN

Monodie für Englisch Horn solo in drei Sätzen, 1982 (UA 1982)

HORN

Solo für Horn (F), 1989 (UA 1989)

KONTRABASS

Tirade für Kontrabass solo
(gewidmet Klaus-Dieter Kopf zum 40. Geburtstag), 1981 (UA 1981)

KLARINETTE

Drei Miniaturen für Klarinette solo, 1988 (UA 1989)

Kammermusik Ensemble

Trio für Flöteninstrumente, Schlaginstrumente und Gitarre, 1977 (UA 1978)
Streichquartett in einem Satz, 1979 (UA 1980)
24 Flötenstücke für Kinder in verschiedener Besetzung, 1979/80
Konversationen I und II für Flöte, Oboe, Viola und Violoncello, 1980 (UA 1980)
Sonatine für Sopranblockflöte und Klavier, 1981 (UA 1982)
„Musikalische Momente“ für zwei Trompeten in B, Horn in F und Tenorposaune, 1981 (UA 1982)
Aktionen für drei Perkussionisten, 1982 (UA 1982)
„Kling-Klang, Sing-Sang“ – sieben Kinderliedvariationen für Blockflötenquartett, Schlagwerk und Klavier, 1984 (UA 1984)
Bläserquintett Nr. 1, 1984 (UA 1984)
Pictures – Impressionen für Kammerensemble, 1987 (UA 1987)
Concertino für Klarinette und Klavier, 1988 (UA 1989)
Nonett 5 + 4, 1990 (UA 1993)
Trio giocoso für Piccolo-Flöte, Posaune und Tuba (UA 1992)
Musikalische Spiele für 3 Flöten, Synthesizer, Klavier, Streicher und eine Tänzerin, 1992

Orchestermusik

Sinfonische Bilder „Auf dem Rummelplatz“, 1981
B-A-C-H – Variationen für Orchester, 1984 (UA 1985)
Kleine festliche Suite für Orchester, 1985 (UA 1986)
Händel-Variationen für Streicher und Big-Band, 1985 (UA 1986)
Orchestermusik in vier Sätzen – in memoriam Benjamin Moloise, 1986 (UA 1988)
Konzert für Flöte und Orchester, 1988 (UA 1990)
Telemannvariationen und -inspirationen für Orchester, op. 29, 1989 (UA 1990)

Vokalmusik

Zwei Lieder für Sopran, Chor und Instrumente; Texte: Dieter Lammel, 1979
(UA 1979)„Vom Morgen und vom Abend“„Chanson vom Gestern und Heute“

Drei Chorlieder für dreistimmigen Frauen- oder Kinderchor, UA 1981„Die Meise macht Hochzeit“ (Bulgarisches Volkslied)„Wieglein mein“ (Deutsches Volkslied)„Was, wenn ich nun ein Kind krieg“ (Text: Bernd Wolff)

„Brotlied“ für zwei Solo-Sopranstimmen, dreistimmigen Frauenchor mit Klavierbegleitung; Text: Holger Benkel, UA 1981

„Für ein blühendes Land“ für eine Singegruppe mit Instrumentalbegleitung, 1981 (UA 1981)

Das Lied vom tapferen Schneiderlein für Bariton und Orchester, Text: Dieter Peust, 1983 (UA 1983)

„Fünf heitere Lieder für Kinder“ für Sopran und Klavier, 1984
UA 1984 – „Der Frosch“ (Text: Christian Dieffenbach) – „Emma, die Kuh“ (Text: Jürgen Rennert) – „Mauskätzchen“ (Text: Hoffmann von Fallersleben) – „Vom kleinen Ferkel“ (Text: Adolf Glaßbrenner) – „Das faule Huhn“ (Text: Berthold Brecht)

„Esellied“ für Frauenchor, Text: Dieter Peust, 1989 (UA 1989)

„Quand ero Picolino“ (für Frauenchor und Klavier eingerichtetes italienisches Volkslied), 1990

Bühnenmusik

Ballettszenen für Kinder, UA 1980 – Tanz der Schneeflocken – Tanz der Zwerge – Tanz der Tiere

Musik zum Schauspiel „Die vier Pelzmützen“, Text: Pantscho Pantschew, 1981

Musik zum Schauspiel „Ein Yankee an König Artus‘ Hof“, Text: Klaus Hammel, 1983

Musik zum Schauspiel „Die denkwürdige Aufführung des Hamlet in Nieder-Merde“ nach Ivo Bresan, 1988

Über 100 Kompositionen für das Puppentheater